Das Gebet ist nicht nur Notruf, sondern Dauerkontakt. Es ist die tägliche Entscheidung, sein ganzes Leben Gott anzuvertrauen.
(Peter Hahne)
Einige Aussagen über das Gebet
- Ich bekomme sehr oft mit, dass Gott mein Gebet erhört hat!
- Ich bete oft und gerne!
- Wenn ich nicht bereit bin, mich zu verändern, dann wird das Beten in meinem Leben keinen wesentlichen Raum einnehmen!
- Man kann auch zu Gott beten, wenn man noch nicht richtig glauben kann!
- Wie lange muss ich eigentlich warten können, um zu sehen, ob mein Gebet erhört wurde?
- Beten ist das feste Rechnen damit, dass Gott etwas ändert!
- Beten? Das tun doch nur die Leute, die allein nicht fertig werden!
Gebet
In Ehrfurcht mich verneigend, |
Anette Esposito, 2008
|
Gebetsstopp nach 2,40 m Höhe?
Hast du auch manchmal das Gefühl, dein Gebet geht nicht über die Zimmerdecke hinaus?
Dann kann ich dich beruhigen.
Das muss es auch gar nicht, Gott ist auch unter der Zimmerdecke.
Beten - Was ist das?
Manche sagen, beten ist das Atmen der Seele. Andere beschreiben es als Kraftquelle. Wieder andere sehen darin in erster Linie ein Mittel, um mit Gott in Kontakt zu treten. Was ist das Gebet für uns?
Warum hatten die Apostel das Gebet neben dem Predigen als die absoluten Hauptaufgaben angesehen?
Da riefen die Zwölf (Apostel) die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es taugt nicht, dass wir das Wort Gottes unterlassen und zu tische dienen. Darum, ihr lieben Brüder, sehet unter euch nach sieben Männern,...Wir aber wollen ganz beim Gebet und bei der Wortverkündigung bleiben. Und die Rede gefiel der ganzen menge wohl...
Apostelg. 6, 2-5
Ich will dem Herrn singen
Wie lange dauert das denn noch? Ungeduldig schaut sie auf die Uhr. Sie wartet bereits zwei Stunden im Wartezimmer darauf, endlich ins Behandlungszimmer gerufen zu werden. So ähnlich hat ein Beter Gott gefragt: Wie lange noch? Wie lange muss ich noch warten, bis du, Gott, meinen Fall behandelst? Wie lange muss ich diese Sorgen und Ängste noch aushalten?
Wochen, Monate, womöglich sogar Jahre, die zwischen dieser Frage: "Herr, wie lange noch?" und dem sichtbaren Eingreifen Gottes liegen, das der Beter dann so beantworten will: "Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut."
Das betet sich alles so leicht mit. Aber was steckt hinter dieser Kurzfassung von Fragen, die der Beter mit Gott klären will? Fragen, die in ihm bohren, die sich abwechseln mit dem Vertrauen, dass Gott tatsächlich handeln wird. Zum Schluss steht für den Beter fest: Er wird Gott loben und preisen. Aber warum dauert das so lange?
Das ist nicht nur ein Hin und Her zwischen ihm und Gott, da sind noch andere Menschen beteiligt. Natürlich könnte Gott kurzen Prozess machen, aber meist setzt er auf seine Überzeugungskraft. Und das kann dauern. Um z. B. zu begreifen, dass eine bestimmte Form von Angst mich immer wieder in meinem Glauben an Jesus Christus gelähmt hat, habe ich sieben Jahre gebraucht. Sieben Jahre hat Gott immer wieder geduldig angeklopft und gefragt: Hast du es begriffen? Sieben Jahre – und dann frage ich noch, warum etwas anderes sich so lange hinschleppt? Ich will wie der Beter dranbleiben, um sagen zu können: "Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut." Ps.13:16
Autor: Pfarrerin Elke Drossmann
Quelle: www.glaube24.de
Wir feiern die Party einfach mit
Pete Greig, Gründer des „24-7 Prayer“, über eine selbstmörderische Maus, einen deutschen Grafen – und darüber, wie er die Marke „Gebet“ wieder aufleben lassen will
Starten wir bei dir persönlich: Erzähl mal drei wichtige Dinge, die man über dich wissen sollte.
Erstens: Als ich fünfzehn war, hat mein Haustier - eine Maus - Selbstmord begangen. Ich habe sie ausstopfen lassen und sie steht jetzt immer noch auf meinem Regal. Zweitens bin ich früher mal auf ein Internat in England geschickt worden, ausgerissen und von der Polizei wieder aufgegabelt worden. Drittens habe ich aus Versehen eine internationale, überkonfessionelle Gebetsbewegung namens „24-7“ gegründet.
Wie ist „24-7“ zustande gekommen?
Wir haben die Idee von den Deutschen geklaut.
Aha. Nämlich wie?
Ich war Leiter einer Studentengemeinde und wir wussten, dass Gott uns aufruft zu beten. Wir wussten außerdem, dass wir ziemlich schlecht darin waren. Zu unseren Gebetstreffen kamen etwa drei ältere Damen und eine Ziege. Darum hatten wir die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen. 1999 habe ich dann Freunde in Dresden besucht und wir sind in das nahe gelegene Örtchen Herrnhut gefahren. Dort hat einer der größten deutschen Helden, Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, eine Gruppe von Flüchtlingen zu einer Gebetskette mobilisiert. Diese Mährischen Brüder fingen am 27. August 1727 an und beteten
ununterbrochen – mehr als hundert Jahre lang! Sie experimentierten mit erstaunlichen Wirtschaftsmodellen und sandten Missionare aus. Als ich das hörte, rechnete ich mir aus: Wenn sie über hundert Jahre lang beten konnten, könnten wir es in unserer Gemeinde zu Hause in England einen Monat lang ausprobieren. Am 5. September 1999 fingen wir in einem Raum in einem Industriegebiet im Süden Englands an und beteten in Ein-Stunden-Schichten. Und es ging ab wie verrückt: Gott tauchte auf! Bei unserer letzten Zählung gab es in 63 Nationen „24-7“-Räume. Also: Vielen Dank, Deutschland. Dankeschön!
Wie sieht „24-7 Prayer“ mittlerweile aus?
Für was genau steht „24-7 Prayer“?
Beim „24-7“-Gebet … geht es um Gebet. Jede Minute, jeden Tag, jede Nacht beten Leute. Überall auf der ganzen Welt, von Alaska bis Australien. Wenn Leute dieses Interview lesen, beten irgendwo andere. Aber Gebet bringt auch immer Mission mit sich und Gerechtigkeit für die Armen. Wir fragen also immer auch, wie Gebet aussieht, wenn es Beine und Hände bekommt. „24-7“-Missionare sind überall auf der ganzen Welt, ein Team zum Beispiel auf der Insel Ibiza in den Discos und Clubs. Sie missionieren unter Striptease-Tänzerinnen, weil Jesus zu den Prostituierten ging und wir glauben, dass das auch unsere Aufgabe ist. Außerdem haben wir so genannte „Boiler Rooms“ gestartet: Gemeinden, die einen „Rhythm of Prayer“ mit missionarischen Zielen verbinden und Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende bieten. Wir versuchen, Studios für Künstlerisches zur Verfügung zu stellen: Proberäume, Aufnahmestudios, irgendwas Kreatives. Und wir wollen Arme erreichen.
All das ist von der Arbeit in Herrnhut abgeguckt – nur eben statt in einem Dorf in einem Gebäude und in einer kleineren Gemeinschaft. Inzwischen gibt es „Boiler Rooms“ in Kanada, Amerika, England – und einer entsteht gerade in Dresden.
Für wen ist „24-7“?
Für Jesus!
Und sonst?
Für jeden, besonders für junge Leute. Gebet ist für viele das Unattraktivste am gesamten Christsein. Wir betreiben "Re-branding“ von Gebet, wir bauen die Marke „Gebet“ wieder auf. Die meisten, die sich bisher wirklich für Gebet interessiert haben, waren wunderbare, fromme ältere Damen. Aber es gibt keinen Grund, warum Gebet nicht wieder an junge Leute zurückgehen sollte. Jede größere Gemeindebewegung, jede große Erweckung in der Kirchengeschichte hat damit angefangen, dass junge Menschen anfingen zu beten. Aber genau darum, weil das Gebet von jungen Leuten so kraftvoll ist, will Satan sie vom Beten abhalten.
Erzähl mal, wie Leute in den Gebetsräumen Gott begegnet sind.
Unseren ersten Gebetsraum besuchte mal ein Mädchen, das sonst nicht besonders oft in unsere Gemeinde kam. Sie wollte dort eine Stunde mit Gott verbringen, und ich war überrascht darüber, dass sie überhaupt beten wollte. Sie stand also vor dem Raum und hörte drinnen jemanden beten. Es war aber niemand drin! Also ging sie raus auf den Parkplatz, aber da war auch niemand. Dann ließ sie sich im Raum nieder und ging einfach davon aus, dass sie einen Engel beten gehört hatte. Ich habe keine Ahnung, was oder wer es war, aber ich weiß, dass plötzlich alle möglichen Leute unglaublich heiß drauf waren, in unserem Gebetsraum mit Gott zu sprechen. Menschen lieben das Übernatürliche. Ich könnte dir noch so viele Geschichten erzählen. Ich habe wahrscheinlich den spannendsten E-Mail-Posteingang der Welt, weil ich dauernd Mails mit Gebetserhörungen geschickt bekomme. Wir müssen trotzdem genauso ehrlich sein, was unbeantwortete Gebete und alles Ringen angeht, das wir als Christen und Menschen als Teil einer gefallenen Welt erleben.
Bei „24-7“ läuft ein Trainingskurs namens „Transit“. Was ist das Ziel?
Jesus’ Strategie für den Planeten Erde war, mit zwölf Leuten befreundet zu sein und sie zu Jüngern zu machen, damit auch sie wieder andere zu Jüngern machen würden. Unser Anliegen ist es also, Freundschaften aufzubauen und Gemeinschaften zu bauen, in denen die Leute Jüngerschaft erleben können und dann rausgehen und die Welt für Jesus verändern, indem sie andere zu Jüngern machen. Gleich nach dem Gebet ist das Wirkungsvollste, das man tun kann, sein Leben in Freundschaften und das Wort Gottes zu investieren. „Transit“ sind also lebensverändernde neun Monate, in denen die Teilnehmer die Bibel kennen lernen, Tiefgang in Bezug auf Lebensthemen bekommen und merken, dass Gott nicht nur daran interessiert ist, dass sie sonntags in der Kirche sitzen. Er ist an allem in ihrem Leben interessiert, an ihren Geheimnissen und ihren Problemen. Er hat für jeden die unglaubliche Berufung rauszugehen und die Welt wirklich zu verändern. Wenn wir das wollen, brauchen wir eine entsprechende Ausbildung, wie für alles andere auch.
Wo läuft „24-7“?
Wir haben schon allen möglichen Gemeinden geholfen, einen Gebetsraum einzurichten: Katholiken, Lutheranern, Pfingstlern, Heilsarmee … Sogar die US-Marineakademie hat eine Zeit lang „24-7 Prayer“ durchgeführt. Das britische Parlament hat zweimal mitgemacht, auch Unternehmen nehmen daran teil, sogar eine Polizeistation. Manche Leute denken, dass es ein bisschen extrem ist, nachts um drei Uhr zu beten. Aber zu Jesu Lebzeiten wurde im Tempel um neun Uhr morgens gebetet, nachts um drei und zur Dämmerung. Die Benediktiner-Mönche beten von jeher siebenmal am Tag. Die keltischen Christen des Altertums haben oft kontinuierlich gebetet. Muslime beten fünfmal am Tag. Und alles, was wir wollen, ist, dass vierundzwanzig Leute zusammenkommen und jeder eine Woche lang eine Stunde am Tag betet. Mehr nicht. Das ist wirklich kein Ding. Ich glaube, dass Gott seine Leute dazu aufruft, wie nie zuvor zu beten.
Warum gerade jetzt?
Die Herausforderungen von heute sind größer als jemals zuvor. Die werden wir nicht mit einem Gebetstreffen von drei Omas und einer Ziege knacken. Aber obwohl unser Schwerpunkt auf jungen Leuten liegt, kommen Leute aus allen möglichen Altersstufen. Neulich war ein sechsundneunzigjähriger Mann in einem unserer Gebetsräume und sagte, das sei das Beste, was er je in seinem Leben getan habe. Wenn du das mit sechsundneunzig sagst, heißt das schon was …
Für viele ist die Vorstellung, eine Stunde am Stück zu beten, schon ziemlich krass. Ist das nicht langweilig?
Eine Stunde tote Religion ist langweilig. Aber was kann es Spannenderes geben, als eine Stunde mit dem lebendigen Gott zu verbringen, der einen Wal, eine Maus oder einen Regenbogen erschaffen kann oder eine Krankheit heilen? Wir ermutigen trotzdem, in den Gebetszeiten kreativ zu werden. Wir reduzieren Gebet nicht auf gesprochene Worte. Manche schreiben Gedichte, andere bringen ihre Instrumente mit und singen zu Gott. Wir haben gemerkt, dass es einfacher ist in einem festen Raum zu beten. Wenn man am selben Ort für längere Zeit betet, kann man zum einen wirklich Gottes Gegenwart spüren. Das sagen nicht nur Christen, sondern auch viele Nichtchristen. Zum anderen schafft ein fester Gebetsraum eine gewisse Verbindlichkeit: Du kannst nicht einfach im Bett bleiben und den Wecker ausschalten, sondern musst dort auftauchen, weil jemand anderes sonst nicht nach Hause gehen kann, wenn du ihn nicht ablöst. Drittens ist dort Platz für Kreativität. Viertens kann die ganze Gemeinschaft an den Siegen und Enttäuschungen Einzelner teilnehmen, weil man die Gebete und Zeugnisse an der Wand lesen und sich als Teil dessen fühlen kann. Und letztlich sagen viele Leute, dass eine Stunde in einem Gebetsraum sich anfühlt wie zehn Minuten. Ich denke, das liegt daran, dass Gott da ist. Und Gott ist nicht langweilig.
Was sind deine persönlichen Hoffnungen und Träume? Welche Rolle spielt dabei „24-7“?
Ich glaube, es ist entscheidend, dass Christen Gottes Herz für die Armen erkennen. Wenn wir uns nicht für die Unterdrückten engagieren, sind wir nicht nahe an Gottes Herzen. Ich sehne mich danach, dass Leute vom Beten ins Handeln kommen. Ich sehne mich nach mehr Engagement für HIV-infizierte Waisenkinder, Prostituierte, für Menschen in Entwicklungsländern, für Menschen in Katastrophensituationen, für allein erziehende Mütter in unseren Vorstädten und Kinder auf unseren Spielplätzen, die von anderen schikaniert werden. Das sind diejenigen, zu denen Jesus uns besonders ruft. Und ich denke, wenn wir zu den Armen gehen, werden wir viele finden, die sich von der guten Nachricht von Jesus ansprechen lassen. Ich habe früher mit Jacky Pullinger in Hongkong unter Drogenabhängigen gearbeitet. Und es war nie ein Problem, Menschen zu Jesus zu führen, denn sie hatten Nöte.
Einer unserer verrückten Träume ist ein Netzwerk von fünfzig „Boiler Rooms“ in der westlichen Welt. Ich wünsche mir in Deutschland, inspiriert von Graf Zinzendorf, „Boiler Room“-Gemeinschaften über das ganze Land verteilt. Wir werden den Auftrag in Deutschland nicht erfüllen können, wenn wir immer nur den alten Kram machen. Wir müssen neue Schläuche für den neuen Wein finden, den Gott gerade ausgießt. Und ich bin überzeugt davon, dass Gemeinschaften mit Gebet, Mission, Gerechtigkeit und Kunst ein Schlüssel dazu sein könnten, Menschen zu berühren, die sonst derzeit nicht in die Nähe einer Kirche gehen würden. Ich liebe die Gemeinden, so wie sie sind – aber ich will einfach noch mehr von Jesus’ Herrlichkeit in Deutschland sehen.
Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Ich hoffe, dass mein Lieblingsverein „Portsmouth FC“ dann gerade „Bayern München“ im Elfmeterschießen geschlagen hat und den UEFA-Cup gewinnt. Ich hoffe außerdem, dass ich dann vielleicht an einem Strand in Barbados sitze.
Aber vor allem würde ich mir wünschen, dass Hunderttausende von jungen Leuten die Kraft des Gebets entdecken und ihr Leben für Jesus einsetzen. Man kann viele tolle Sachen machen, aber es gibt nichts Wichtigeres, als Gottes Zielen in deiner Generation zu dienen. Im Moment fühlt es sich so an, als würden wir auf einer riesigen Welle surfen. Gott tut so viele unglaubliche Dinge und wir feiern die Party einfach mit. Wer weiß, wo wir in zehn Jahren sind. Um es mit dem letzten Satz aus dem Film „Matrix“ zu sagen: „Where we go from here is up to you – Wohin es jetzt geht, liegt an dir.“
Quelle: dran


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